Samstag, 27. Mai 2017

[Challenge] Rezensionexemplare zu vergeben

Nur noch wenige Tage und die Oetinger-Summer-Reading-Challenge beginnt. Bis jetzt ist die Resonanz erschreckend schlecht, was ich sehr schade finde. Ich hoffe es melden sich noch ein paar Teilnehmer, denn sonst ist es irgendwie keine große Herausforderung (und ich überlege sie auf Eis zu legen). Wenn ihr mehr Informationen zur Challenge benötigt schaut bitte in diesen Beitrag: Klick!
Wer keinen passenden Lesestoff zur Verfügung hat wird auch unterstützt, denn die Oetinger Verlagsgruppe stellt insgesamt 6 Rezensionsexemplare für euch zur Verfügung:



 
Diese 6 Rezensionsexemplare verlose ich unter allen Teilnehmern, die ihr Wunschbuch bis zum 4.6.2017 in einem kleinen Beitrag (z.B. Cover mit Klappentext) auf ihrem Blog vorstellen.

[Rezension] "Der Kuss der Lüge. Die Chroniken der Verbliebenen" von Mary E. Pearson

"Der Kuss der Lüge. Die Chroniken der Verbliebenen" Band 1 von Mary E. Pearson, Jugendbuch
Bildquelle: Bastei Luebbe
Was für eine schöne, bittersüße Geschichte! Mary E. Pearsons romantischen, mit magischem Einschlag angehauchten „Der Kuss der Lüge. Die Chroniken der Verbliebenen“ habe ich regelrecht verschlungen. Ein wirklich gelungener Serienauftakt, bei dem ich nur sehr kleine Schwächen empfunden habe. Der Plot etwa ist gut durchdacht, aber hinsichtlich des Tempos nicht immer stimmig durchkomponiert. Dreiviertel des Buches sind sehr ruhig, dafür geht es im letzten Viertel umso dramatischer und gewalttätiger zu. Die Spannungssteigerung setzt also verhältnismäßig spät ein. Gleichzeitig hat dieser Aufbau den Vorteil, dass sich vor allem Hauptfigur Lia wunderbar entfalten kann. 

Interessant ist, dass alles ganz einfach beginnt, dann aber immer komplexer wird und Züge eines High-Fantasy-Epos' annimmt. Auf diese Weise gelingt der Einstieg außergewöhnlich leicht, begleitet man die morrighesische Prinzessin Lia doch gleich anfangs auf der Flucht vor einer arrangierten Hochzeit mit dem Prinzen von Dalbreck, von dem Lia annimmt, er sei ein alter Tattergreis, der sich von seinem Papa eine Vermählung aufschwatzen lässt. Zusammen mit ihrer besten Freundin Pauline erreicht sie ein Gasthaus, in dem beide unter falscher Identität ein neues Zuhause finden, nichtsahnend, dass ihnen der (Überraschung! extrem gutaussehende) Prinz sowie ein (natürlich) ungemein attraktiver Attentäter aus dem verfeindeten Venda auf den Fersen sind. Beide Männer erreichen kurz nach Lia das Wirtshaus und der Großteil des Buches beschreibt die Annäherung zwischen Lia und einem der beiden Protagonisten.

Mittwoch, 24. Mai 2017

[Rezension] "Into the Water - Traue keinem. Auch nicht dir selbst." von Paula Hawkins

"Into the Water - Traue keinem. Auch nicht dir selbst." von Paula Hawkins, Thriller
Bildquelle: blanvalet
Wie viele andere habe ich Paula Hawkins’ Debüt "Girl on the train" vor zwei Jahren nur so verschlungen, ein originelles Buch, das aus dem drogenvernebelten Blickwinkel einer Alkoholikerin geniale Twists baut. Auf den Nachfolger „Into the Water“ war ich deshalb unheimlich gespannt. Zumal Paula Hawkins erneut auf die Fallstricke von Erinnerungen setzt und damit eine Vorliebe für die Manipulierbarkeit unserer Wahrnehmung offenbart. Reibungslos auf geht das Konzept aus meiner Sicht dieses Mal aber nicht.

Schon die Inhaltsangabe zeigt, dass viel auf einmal gewollt wird: Schauplatz ist Beckford ein kleiner, englischer Ort nahe des Drowning Pools, eine felsenreiche Flussbiegung, an der früher "Hexen" ertränkt wurden und im Laufe der Jahrhunderte einige Frauen ihr Leben verloren haben. Die Schriftstellerin Nel soll hier Selbstmord begangen haben, doch ihre Schwester Jules hat Zweifel. Um sich um Nels Tochter, die 15jährige Lena, kümmern zu können, kehrt Jules in ihren Heimatort zurück, doch das weckt viele dunkle Erinnerungen, von denen Jules hoffte, sie für immer in den Tiefen ihrer Seele begraben zu haben.

Dienstag, 23. Mai 2017

[Rezension] "Schatten" (Kaspary & Wenninger ermitteln, Band 4) von Ursula Poznanski

Schatten (Kaspary & Wenninger ermitteln, Band 4) von Ursula Poznanski
Bildquelle: Wunderlich/Rowohlt
Obwohl „Erebos“ und „Fünf“ für mich mit Abstand zu den besten Büchern von Ursula Poznanski zählen, lese ich alle Veröffentlichungen der Autorin unheimlich gerne, da sie einfach toll geschrieben sind, es immer etwas Ungewöhnliches zu entdecken gibt und jedes Werk mindestens solide ist. Auch der inzwischen vierte Band der Salzburger Kaspary-Wenniger-Reihe „Schatten“ fußt auf einer guten Idee und besitzt vielversprechende Anlagen, zumal der Leser einiges über die Vergangenheit von Hauptermittlerin Beatrice Kaspary erfährt, eine alleinerziehende Mutter von zwei Kindern mit einem Widerling von Ex-Mann und einem traumatischen Erlebnis in jüngeren Jahren. So richtig überzeugend ist dieser vierte Teil jedoch nicht. Die Geschichte hat Schwachstellen, einige! Zu sehr wird an der Oberfläche verweilt, zu oft nach Schema F bedient.

Dabei startet es äußerst spannend mit einem Schwenk zur Perspektive des Mörders, der brutal und gleichmütig einen Mann tötet und kurz darauf erneut mordet. Schnell wird klar, dass beide Morde sowohl mit Bea Kaspary als auch einem alten Fall zu tun haben, dem nie aufgeklärten Mord an Beas früherer Mitbewohnerin Evelyn. Bea nimmt Einblick in alte Akten und stößt in Evelyns Tagebuch auf einige geheimnisvolle Einträge über einen ominösen Jago, dessen Identität die Polizei nie aufdecken konnte.

Samstag, 20. Mai 2017

[Rezension] „Sally Jones - Mord ohne Leiche“ von Jakob Wegelius

„Sally Jones - Mord ohne Leiche“ von Jakob Wegelius
Bildquelle: Gerstenberg
Die wenigen deutschsprachigen Rezensionen zu  „Sally Jones - Mord ohne Leiche“ vom schwedischen Autor Jakob Wegelius legen die Vermutung nahe, dass dieses preisgekrönte Werk es nicht ganz so leicht auf dem Markt hat. In meinen Augen handelt es sich auch eher um einen Geheimtipp für Liebhaber des Besonderen. Ab neun Jahren wird das 620 Seiten (!) starke Kinderbuch empfohlen, das sich in seiner melancholischen Ernsthaftigkeit mitunter wie ein Erwachsenenroman liest und Geduld und Aufmerksamkeit erfordert - die sich auszahlen.

„Sally Jones - Mord ohne Leiche“ ist ein echtes Ausnahmebuch und große Erzählkunst. Tatsächlich habe ich wohl nie ein eigenwilligeres und originelleres Kinderbuch gelesen. Eine Mischung aus Abenteuerroman, Detektivgeschichte und historischem Reisebericht, eingebettet in mannigfaltige Botschaften zum Thema Freundschaft. Allein die Hauptfigur ist einzigartig und imposant - eine Gorilladame namens Sally Jones, die zwar nicht sprechen kann, dafür aber ein Ass in handwerklichen Dingen ist. Um das Jahr 1900 herum verlieren Sally Jones und ihr Freund, der Seemann Henry Koskela, nach einer katastrophal-folgenschweren Nacht ihr Schiff und geraten noch dazu unter Mordverdacht. Ein Mann ist ins Meer gestürzt, seine Leiche aber verschollen. Koskela landet daraufhin im Gefängnis und Sally Jones ist auf sich alleine gestellt - sie muss erfahren, dass nicht alle es gut mir ihr meinen.